Die Zuhörer, die sich am Sonntagmorgen vor dem Prediger eingefunden hatten, durften gleich dreifach genießen: Die Schwörhaus-Big-Band verwöhnte die Ohren mit abwechslungsreichem Big-Band-Sound, für das leibliche Wohl war mit Butterbrezeln und Weißwürsten gesorgt, und das sommerlich warme Wetter trug ebenso seinen Teil zum Gelingen der letzten Veranstaltung des Landesjazzfestivals bei.
Von Hannah Klötzer
 
 
JAZZ. „Jungle Boogie“ hieß das erste Stück, und tropisch heiß konnte es einem durchaus werden bei fast hochsommerlichen Temperaturen auf dem Johannisplatz. Die Schwörhaus-Bigband heizte dem Publikum auch musikalisch so richtig ein: Die jungen Musiker unter der Leitung von Trompeter Stefan Spielmannleitner boten dem Publikum von 11 Uhr bis 14 Uhr ein abwechslungsreiches Programm. Kaum ein Musikstil wurde ausgelassen: Traditionelle Swing-Klassiker spielte die Band mit der gleichen Begeisterung wie einfühlsame Balladen, mitreißende Funk-Stücke, Hip-Hop-Beats oder Rock-Hits. Bei dieser großen musikalischen Bandbreite war für jeden Zuhörer das Richtige dabei: Die einen freuten sich über neu arrangierte Beatles-Stücke wie „And I love her“, andere begeisterten sich besonders für Funk-Nummern wie „Pick up the Pieces“ oder „Chicken“.
Hochkonzentriert und voller Elan waren die Musiker und Stefan Spielmannleitner, gestern in einer Doppelrolle als Trompeter und Dirigent zu sehen, bei der Sache. Beeindruckend waren auch die vielen Soli, die die Zuhörer zu hören bekamen. Die Rhythmusgruppe mit zwei vielversprechenden jungen Schlagzeugern „groovte“ hervorragend und verschaffte der Band ein Fundament, auf welchem die zahlreichen Bläser gekonnt aufbauten.
Die Schwörhaus-Big-Band wurde bereits 1999 ins Leben gerufen, doch durch den regelmäßigen Wechsel an Mitspielern, der für eine Musikschul-Big-Band normal ist, sind Klang und Spielweise immer noch unverbraucht und erfrischend. Die Zuhörer zeigten sich von dem morgendlichen Auftritt der energischen Gmünder Band sehr angetan und honorierten die beachtlichen musikalischen Leistungen mit viel Beifall.
Besonders schön an diesem letzten Konzert des Landesjazzfestivals in Schwäbisch Gmünd war auch der große Bogen, der so gespannt werden konnte: Eingeläutet wurde das Festival bereits am vergangenen Mittwoch mit einem Improvisationsworkshop für Kinder, beendet wurde es nun durch eine Aufführung einer jungen Bigband, die vielfältig improvisatorische Spielfreude zeigte. Der Jazz-Nachwuchs hat somit eine ganz besondere Rolle einnehmen dürfen.